Der wirtschaftliche Kampf zwischen USA und der EU zeigt sich immer besonders deutlich zwischen den Flugzeugherstellern Airbus und Boeing. Während 2009 der europäische Flugzeugbauer Airbus mehr Flieger absetzen konnte, als der amerikanische Konkurrent, blieb die Freude nur von kurzer Dauer. Die Neuaufträge für 2010 nahmen stark ab und so muss die Flaute bis 2011 überbrückt werden.
Der europäische Hersteller Airbus hat im Krisenjahr 2009 seinen US-Konkurrenten Boeing mal wieder in den Windschatten gehängt und verbuchte mindestens 224 Netto-Bestellungen. In Chicago dagegen gingen nach den letzten offiziellen Zahlen nur 141 Aufträge ein.
Trotz der guten Zahlen gegenüber Boeing hält sich die Freude in Grenzen. Für beide Hersteller ist 2009 das schlechteste Jahr seit Mitte der 90er. In Fachkreisen rechnet man frühestens 2011 mit einer positiven Erholung.
Airbus und Boeing wurden zum Ende eines Jahrzehnts, in dem Airbus den US-Traditionskonzern als Weltmarktführer ablöste, mit voller Breitseite von der Krise in der Luftfahrtbranche erwischt.
2008 wurden beim US-Bauer noch 777 Passagierflugzeuge bestellt, bei den Europäern dagegen „nur“ 632.
So haben sich die Flugzeugbauer in den guten Jahren einen Speckgürtel für magere Zeiten angelegt. Diese Reserve wird zur Zeit aufgebraucht.
Zur Zeit stehen bei beiden Herstellern noch ungefähr 3.500 Festbestellungenin den Auftragsbüchern.
"Die Flaute 2010 werden sie gut überbrücken können", sagte der Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Die Produktion läuft weiterhin auf Hochtouren und daher machte sich die Krise bereits im vergangenen Jahr kaum bemerkbar.
Airbus möchte an den Rekord von 2008 anknüpfen und sieht sich dabei auch auf dem richtigen Weg laut Angabe von „Stefan Schaffrath“. Das Ziel von Airbus ist es 480 Flugzeuge auszuliefern. So sollen die Produktionszahlen bis 2010 nicht gesenkt werden.
Bis Ende November baute Boeing rund 430 Maschinen und dürfte damit so gut abgeschnitten haben, wie seit 2001 nicht mehr.
Jedoch haben sich beide Hersteller großen Herausforderungen in der Produktion zu stellen.
So kommt bei Boeing nach zwei Jahren verspätung nun die Boeing 787 (In Branchenkreisen auch als Spott „Seven-Late-Seven“ genannt) nun im Dezember 2010 zum Erstflug.
Bei Airbus hingegen ist der Einstieg in die Serienproduktion voller Schwierigkeiten begleitet, wie man bei den Europäern mit dem Superjumbo Airbus A380 qualvoll erfahren musste.
Für Boeing hingegen ist der „Dreamliner“ sogar fast überlebenswichtig. Für das Flugzeug mit überwiegend leichten Verbundstoffen, dass für den Langstreckenflug gebaut werden soll, liegen bereits jetzt 840 Bestellungen vor.
Der Europäische Hersteller muss hingegen beim Militärtransporter A400M nachverhandeln, der ebenfalls im Dezember das erste mal abgehoben ist. „Das ist ein extrem großes Risiko“, sagte Commerzbank-Analyist Frank Skodzik. „Man muss abwarten, wie die Milliardenkosten zwischen Airbus und den Bestellländern letztlich aufgeteilt werden.“ Der Konzernriese konnte Zusagen über Preis und Produktion nicht einhalten.
Auch der A380 macht weitere Sorgen, da man bei Airbus lediglich 4 Neubestellungen in 2009 bekam.
Das gigantische Flugzeug ist während der Krise extrem schwer zu verkaufen und so will man von 13 Auslieferungen in 2009 auf 20 Auslieferungen in 2010 hochfahren.
Der Analysist Pieper hält die aktuellen Schwierigkeiten bei Airbus, das auch in der Entwicklung des B787-Konkurrenten A350 steckt, für derzeit größer. Von der Produktseite ist Airbus für die nächsten fünf bis zehn Jahre deutlich besser aufgestellt.
Dies ergibt also ein mindestens ein Jahrzehnt dauernde Dominanz auf dem weltweitenden Markt für die Europäer im Bereich der zivilen Luftfahrt.
Der europäische Newcomer, der in den 90er Jahren den Anschluss an Boeing durch moderne Techniken und günstige Preise schaffte, erhielt bis zur Ende gegangenen Dekade ungefähr 6.400 Bestellungen.
Der US-Bauer erhielt lediglich rund 6.000 Bestellungen im gleichen Zeitraum.
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